War die Brexit-Erfahrung hart genug, um das Abarbeiten der Symptome zu stoppen und mit dem Lösen der fundamentalen Probleme zu beginnen? ‒ AUFRUF ZUM HANDELN


mit Nancy Hoffmann und Geoff Slater           EnglishNederlands

Es war vor etwa 15 Jahren. Damals wurde ich zum ersten Mal mit etwas Eigenartigem konfrontiert. Arbeitsweisen und Methoden, die prima funktioniert hatten, funktionierten nicht mehr. Dies führte dazu, dass Mitarbeiter aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen entlassen wurden. Es geht um ...Es führte zu hohen Projektausfallraten und zu jährlich steigenden Kosten des Gesundheitssystems. Wie hoch das Leiden und die Kosten auch waren, niemand in entsprechenden Positionen war bereit (oder in der Lage) etwas hieran zu tun. Anstelle dessen wurden die Symptome angegangen. Mit dem Resultat des Brexit-Referendums ist deutlich geworden, dass dies so nicht weitergehen kann. Die Frage ist jetzt: Ist der Brexit hart genug bei unseren Politikern und Entscheidungsträgern angekommen, um das Abarbeiten der Symptome und die zunehmenden Schuldzuweisungen an Andere zu stoppen und mit dem Lösen der fundamentalen Probleme zu beginnen? ‒ Es geht um die Zukunft Europas und die unserer Kinder! Dies ist ein Aufruf zum Handeln!

Albert_einstein_by_zuzahin-d5pcbug from Wikipedia comsBei Situationen wie dieser wird gerne auf ein bekanntes Zitat von Albert Einstein zurückgegriffen: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“. Ist dies nicht die perfekte Situation, um das Zitat einzusetzen? Leider gibt es ein Problem. Die Einführung neuer Denkweisen ist extrem schwierig. Irgendwie sorgt unser Unterbewusstsein dafür, dass wir auf die Denkweisen zurückfallen, durch die die Probleme entstanden sind. Unser Aufruf zum Handeln geht deshalb über einen Aufruf hinaus. Es ist unser Ziel, eine neue Denkweise entstehen zu lassen.

Um eine neue Denkweise entstehen zu lassen, zeigen wir anhand eines der Themen, die das Brexit-Referendum, die EU-Krise und so viel mehr verursacht haben, wie das fundamentale Problem beziehungsweise die Ursache gefunden werden kann. Als Thema haben wir die Bürokratie gewählt. Wussten Sie dass …

  1. Es möglich ist über nur ein fundamentales Problem zu erklären, wie unnötige Bürokratie entsteht?
  2. Ein Element gefehlt hat um eine wegweisende Richtlinie entwickeln zu können, und dieses Element in 2011 veröffentlicht wurde?
  3. Es hiermit möglich ist eine ‚einfache‘, wegweisende Richtlinie zu entwickeln?

Wenn Sie so wie wir das Gefühl haben, dass eine neue Denkweise nötig ist, dann möchten wir Sie einladen, jetzt damit zu beginnen. Wir möchten Sie einladen, Denkweisen wie „habe ich genügend Zeit diesen Artikel zu lesen?“ los zu lassen. Anstelle dessen können Sie sich zum Beispiel fragen „wie viel einfacher, angenehmer und gesünder könnte mein Leben sein, wenn ich dazu beitrage, eine neue Denkweise möglich zu machen?“ Sie können beitragen, indem Sie diesen Artikel einfach lesen, andere hierauf aufmerksam machen, Rückmeldungen geben oder selbst eine Initiative starten. Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Wir beginnen mit ein paar eigenartigen Erfahrungen.

 

Was auffiel

binoculars-769036_1280 pixabay freeNachdem zum ersten Mal deutlich wurde, dass die üblichen Arbeitsweisen (= Methoden, Best Practices und Arbeitsweisen) nicht mehr funktionierten und ich die hohen Projektausfallraten analysierte, fiel noch etwas auf: Selbst die Experten konnten die Folgen ihrer Änderungen, die sich aus ihren Projekten ergaben, nicht mehr übersehen. Das Umfeld war hierfür zu bürokratisch, komplex und dynamisch geworden. Zugleich war das Management gezwungen, Entscheidungen treffen. Natürlich geschah das Unvermeidliche. Versprochene Resultate wurden nicht erreicht. Einige Manager wurden hierfür verantwortlich gemacht und mussten gehen. Hiermit war dieses Problem aber nicht gelöst. Selbst mit den besten Qualifikationen und Absichten erfuhren auch ihre Nachfolger, dass auch sie scheiterten.

Experten und Manager dachten „unsere Arbeitsweise hat früher funktioniert. Wir müssen etwas falsch gemacht haben. Beim nächsten Mal werden wir mit mehr Einsatz sicherstellen, dass unsere Ziele erreicht werden“. Mit jeder Runde gingen aber wertvolle Zeit und Ressourcen verloren. Bürokratie und Komplexität nahmen weiter zu. Was wenigen auffiel: motivierende Arbeitsweisen wurden durch frustrierende ersetzt. Der Abwärtstrend wurde stärker. Die Stimmen derjenigen, die dies sahen und einbrachten, wurden etwa ein Jahrzehnt lang nicht gehört.

Heutzutage fällt auf, dass es einige Persönlichkeiten gibt, deren Stimmen gehört werden. Hierzu gehören Jim Collins, Recardo Sempler, Prof. Jan Rotmans (Niederlande), Jaap Peters (Niederlande) und Albert Einstein mit seinem Zitat (siehe oben). Es sind auch beeindruckende Beispiele ‚neuer‘ Arbeitsweisen zu sehen. Dazu gehören Initiativen auf Basis von Selbstorganisation und Schaffung von Freiräumen, die es Fachkräften wieder ermöglichen, ihre Erfahrungen einzusetzen. Diese Beispiele geben aber noch keine zufriedenstellende Antwort auf diese Frage: „Wie transformiert man große Organisationen und vor allem Behörden und EU-Organisationen, während eine unüberbrückbare Flut an Hindernissen aus dem ‚alten‘ System zu bestehen scheint?“

Wie dem auch sei, unabhängig davon welche Strömungen in den kommenden Jahren die Führungspositionen einnehmen werden, das Folgende ist bereits jetzt deutlich:

  1. Solange die Symptome der Krisen abgearbeitet werden, die fundamentalen Probleme/Ursachen aber bestehen bleiben, werden neue Symptome entstehen. Die Krisen und der Abwärtstrend werden weitergehen.
  2. Durchführen des Brexits bedeutet, dass dringend benötigte Ressourcen und vor allem die der Führungskräfte, dermaßen mit dem Brexit, anderen Krisen und ständigem Einsparungsdruck belastet sind, dass unzureichende Ressourcen für die Lösung der fundamentalen Probleme übrig bleiben. Der Abwärtstrend wird stärker werden.

 

Aufruf zum Handeln

Für die Zukunft Europas und vor allem die unserer Kinder!

family-1244795_1280 pixabay freeWas auch immer Ihre Position als Führungskraft ist, in einer Gemeinde irgendwo in Europa, in einem Ministerium oder Parlament, einer europäischen Organisation, bei einer politischen Partei oder einem Unternehmen, bitte tun Sie alles dafür, das Abarbeiten von Symptomen und Schuldzuweisungen an Andere zu stoppen und mit dem Lösen der fundamentalen Probleme zu beginnen.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Aus der Sicht Ihrer Wähler, Bürger und Kunden möchten wir Sie einladen, hierüber nachzudenken: Wie wollen Sie in fünf oder zehn Jahren gesehen werden? Als jemand, der die Krisen schlimmer gemacht hat oder als jemand, der dazu beigetragen hat, die Krisen zu überwinden und letztendlich als vertrauenswürdige Führungskraft gesehen wird?

(Ach ja, sollte dies nicht Grund genug für ein zweites Brexit-Referendum sein?)

 

Wie wir fundamentale Probleme und wegweisende Richtlinien finden können

compass-390907_1280 pixabay freeAls Beispiel dient die Bürokratie. Um das fundamentale Problem, beziehungsweise die Ursache der unnötigen Bürokratie und die wegweisende Richtlinie zu identifizieren, ist eine kleine Diskussion nötig. Keine Sorge, dies wird wenig Zeit beanspruchen.

ArbeitsweisenFür diese Diskussion benötigen wir in erster Linie Beiträge von Mitarbeitern, die die Bürokratie ‚am eigenen Leibe‘ erfahren haben. Das kann innerhalb der Organisation sein, für die Sie arbeiten, aber auch, wie Sie die Bürokratie von Organisationen oder Gruppen erfahren haben, die Ihnen, Ihrem Project oder Ihrer Organisation  auferlegt wurde. Wenn Sie diese Erfahrungen haben, dann möchten wir Sie bitten, die nachfolgenden Fragen zu beantworten und unterhalb dieses Artikels zur Verfügung zu stellen (bitte kurze Antworten).

  1. Wie sehen Sie sich selbst: als Wähler/Bürger/Mitarbeiter, höhere Fachkraft/Berater oder Entscheidungsträger (Politiker/Direktor/Manager)
  2. Aus welcher Perspektive heraus haben Sie die Frage dieses Formulars beantwortet (falls das Formular sich nicht öffnet, kann der Acrobat Reader nötig sein)? – Sie können die Frage auch mehrmals aus verschiedenen Perspektiven heraus beantworten.
  3. Wie oft haben Sie sich im Formular für links und wie oft für rechts entschieden?
  4. Woher kommt Ihrer Meinung nach die Bürokratie?
  5. Ist Ihnen noch etwas aufgefallen, das Sie mitteilen möchten?

Sobald es genügend Reaktionen gibt, werden wir mit dem zweiten Teil fortfahren. Dann werden wir auch das oben angegebene Element einbringen, über das eine wegweisende Richtlinie für den Abbau der Bürokratie möglich ist.

 

Zusammenfassend

start-1426743_1280 pixabay freeWir würden uns sehr freuen, wenn wir, mit Ihrer Hilfe, etwas ans Laufen bekommen, das unseren Politikern und Entscheidungsträgern hilft, den Weg aus den Krisen zu finden. Ihre Beiträge machen es möglich.

Um die nachfolgenden Schritte nicht zu verpassen, können Sie sich bei LeadingInAComplexEnvironment.wordpress.com über „Follow Blog via Email“ für die automatische Mitteilung neuer Blog-Artikel anmelden.

 

 


Bios

EOetringerSqEugen Oetringer’s Leidenschaft ist es ‘high(est)-Impact’ Probleme auf zu spüren und permanent zu lösen. In den 1980er/1990er Jahren hat er in einer Umgebung gearbeitet, wo Probleme permanent gelöst wurden. Nachdem das Befolgen von Methoden wichtiger wurde als das Lösen fundamentaler Probleme und stets mehr Probleme auftauchten, hat er die alten Techniken wieder eingesetzt. Zu seiner Überraschung lieferte dies Erkenntnisse und Lösungen auf Gebieten, auf denen die populären Methoden versagten.

Eugen lebt in den Niederlanden und ist aktives Mitglied von „Rotterdam Kantelt”, „ Zorgdenkers Network”,”Stad van Morgen, Eindhoven” und „Denktank Projekt Niederlande“. Dies sind Initiativen engagierter Menschen, die sich für eine gesunde und blühende Gesellschaft einsetzen. Eugen ist unabhängiger Analyst und Berater.

 

NancyHoffmannNancy Hoffmann ist Kunsthistorikerin, Kuratorin, Kritikerin und “Creativist”. Sie ist Mitbegründerin der Stiftung Creative Action Now, Aktives Mitglied bei der Bewegung, die sich “Nederland Kantelt“ nennt und Mitbegründerin von „Rotterdam Kantelt‘. Dies ist eine Bewegung, die Ende Mei mit 177 Personen und verschiedenen Initiativen gestartet ist. Ziel ist es Rotterdam über Co-Kreation nachhaltiger, menschlicher und stärker zu machen.

 

GeoffSlaterGeoff Slater’s Leidenschaft war immer schon die Effektivität von Organisationen zu verbessern. Mit seinen Erfahrungen bei einer Behörde und bei einem IT-Dienstleistungsunternehmen war sein Interesse vor allem auf praktische, unbürokratische Prozesse gerichtet, die Resultate lieferten. Geoff lebt in Großbritannien und ist jetzt im Ruhestand. Er ist ein interessierter Beobachter der Brexit Kampagne und den sich hieraus ergebenden Folgen.

About Eugen Oetringer

Practical, innovative, visionary. Helicopter view; going into detail when necessary. Driven to find high-impact opportunities and to solve high-impact problems once and for all.
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